Kreuzfahrt Südamerika II


hier geht es zu Teil 1

10.02.2026 Buenos Aires/auf See

Heute haben wir zum ersten Mal auf dieser Reise einen AIDA-Ausflug mitgemacht. Er hatte zum Thema „Highlights von Buenos Aires“. Wir fuhren mit dem Bus zuerst durch die gewaltige Prachtstraße „Avenida 9 de Julio“ die, umsäumt von schönen Gebäuden, eine imposante Breite von 140 Metern hat. Das sei einmalig auf der Welt, sagte unsere kompetente Tourbegleiterin.

Die „Plaza de Mayo“ ist der wichtigste Platz der Stadt, liegt doch der Präsidentenpalast „Casa Rosada“ an seiner Ostseite. An der Nordseite liegt die „Catedral Metropolitana de Buenos Aires“, sie beherbergt das „Mausoleo del General José de San Martín“ des Nationalhelden Argentiniens. Er hat 1810 den Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien begonnen, der 1816 zur Unabhängigkeit geführt hat.

Das Stadtviertel „La Boca“ ist eines der ältesten der Stadt und eher ein Arbeiterviertel mit bunten Häusern und vielen Restaurants. Die „Boca Juniors“, der legendäre Fussballverein Buenos Aires, hat hier seine Heimat. Diego Maradona spielte zeitweise dort. Auch einige Elendsquartiere befinden sich dort.

Dass diese Tour auch nochmal auf den Friedhof Recoleta, den wir gestern auf eigene Faust besichtigt hatten, führte, war gar nicht so schlecht. Hatte unsere Führerin doch einige Anekdoten zu den Gräbern zu berichten.

Am Abend sind wir Richtung Montevideo (Uruguay) ausgelaufen.

Letzter Blick auf Buenos Aires beim Auslaufen

11.02.2026 Montevideo/auf See

Wir sind nun, wenn man so will, auf der Rückreise. Aber erst mal haben wir heute Vormittag in Montevideo angelegt. Die Stadt hat 1,5 Mio. Einwohner und Uruguay hat das höchste pro-Kopf Einkommen Südamerikas. Das Stadtbild wird nicht von Wolkenkratzern geprägt wie in Buenos Aires.

Wir sind vom Schiff kommend gleich in der Altstadt gelandet, wo man sich angenehm durch Fußgängerzonen fortbewegen konnte. Alles hat südeuropäischen Flair.

Vor Montevideo hat sich ja das Panzerschiff Graf Spee 1939 in aussichtsloser Lage selbst versenkt. Teile wurden geborgen und an Land gebracht. Der Anker, der im Hafen von Montevideo lag, ist aber verschwunden. Nur ein Telemetrie Gerät (frühes RADAR) ist noch da. Die KI sagt, der Anker sei nun in Punta del Este.

Der Palacio Salvo, von Textilindustriellen 1928 gebaut, war bis 1935 das höchste Gebäude Südamerikas. Er ist 105 m hoch.

Nach Sonnenuntergang werden wir heute Nacht noch auslaufen nach Punta del Este (auch Uruguay).


12.02.2026 Punta del Este/auf See

Ganz so wie geplant lief der heutige Tag nicht. Zuerst hatte ich morgens eine Magenverstimmung und dann spielte das Wetter nicht. Es war bedeckt bei 23 Grad und später regnete es. Und das im bekanntesten Seebad Südamerikas, das jedes Jahr hunderttausende von Urlaubern, hauptsächlich aus den umlegenden Länder, anlockt. Hochsaison ist Dezember bis Februar. Punta del Este ist eine junge Stadt und wurde erst 1907 gegründet.

Wir mussten wieder tendern, aber das klappte ganz gut. Wir waren wegen der Magenverstimmung spät dran heute und nahmen deshalb ein Uber zum Denkmal Los Dedos (die Finger). Das Denkmal wurde 1982 vom chilenischen Künstler Mario Irarrázabal geschaffen und ist heute die Attraktion in Punta del Este.

Zurück sind wir über die Rambla Artigas am Atlantik entlanggegangen. Punta del Este bildet die Grenze zwischen der Mündung des Rio del la Plate und dem offenen Atlantik.


13.02.2026 Auf See

Schon seit heute Nacht schippern wir wieder entlang der brasilianischen Küste nach Norden, Richtung Tropen. Unser nächstes Ziel, Balneário Camboriú (wieder Brasilien), wir erreichen es morgen, liegt noch mit 27 Grad südl. Breite knapp unterhalb des südl. Wendekreis (23,43472°).

Tagsüber wird Theatrium tagsüber fast täglich für kommende abendliche Shows geprobt. Für eine offensichtlich italienisch angehauchte Show hier mit einer echten Vespa.


14.02.2026 Balneário Camboriú /auf See

In der Nacht gegen 01:00 Uhr gab es ziemliche Unruhe auf dem Schiff und genau unter unserem Kabinenfenster lag dann ein Lotsenboot längsseits. Dabei war der nächste Hafen, wo ein Lotsenboot eventuell nötig gewesen wäre, noch 6 Stunden Fahrzeit entfernt. Am Morgen klärte der Kapitän die Situation auf: Ein medizinischer Notfall erforderte einen Klinikaufenthalt und der betreffende Passagier wurde an Land gebracht.

Trotzdem waren wir pünktlich in Balneário Camboriú. Dies ist das Miami Brasiliens mit beinahe 2000 Wolkenkratzern. Normal wohnen dort 150.000 Einwohner. In der Saison, wie jetzt, sind es 600.000 mehr. Es gibt eine Seilbahn auf einen nahen Berg, wo man eine phantastische Aussicht auf die wolkenkratztergesäumte Bucht hat. Die wollten wir natürlich benutzen.

Es lag noch ein Kreuzfahrtschiff (MSC Fantasia) auf Reede und zusammen mit den brasilianischen Gästen kam eine ganze Menge Leute zusammen, die die Seilbahn in Anspruch nehmen wollten. Die Rückfahrt lief dann später aber problemlos. Die Ausflugsboote hier sind alle im Piratenlook und auch zum Tendern haben wir ein solches Boot heute benutzt.

Das Wetter heute: 28 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit, was uns gehörig schwitzen lies. um 17 Uhr haben wir Balneário Camboriú Richtung Santos verlassen.


15.02.2026 Santos/auf See

Am frühen Vormittag sind wir in Santos eingelaufen. Santos ist der größte brasilianische Hafen und auch der größte Lateinamerikas. Von der Gesamttonnage her wird hier beträchtlich mehr umgeschlagen als z.B. in Hamburg.

Gewaltige Mengen an Soja, Zucker und Mai werden exportiert. Und natürlich Kaffee. Mit Kaffee ist Santos groß geworden, aber im alten Viertel „Valongo“ ist der Verfall deutlich zu sehen.

Wir liesen uns wieder mit dem Uber ins historische Zentrum fahren und gaben als Ziel das „Museo do Café“ an. Der Fahrer hatte wegen der Absperrungen für den Karneval Mühe, uns ans Ziel zu bringen. Das Museum in der ehemaligen Kaffeebörse war sehenswert.

Im „Museo Pele“, ja Pele hat ein eigenes Museum, kauften wir dann Karten für die historische Straßenbahn. Man bekommt ein feste Abfahrtszeit und der Andrang, heute am Sonntag, war groß.

Wir sind dann noch durchs Viertel geschlendert und haben das Uber an die „Praca Barao do Rio Branco“ bestellt. Der Fahrer fuhr auf einer anderen Route durch den Industriehafen ans Kreuzfahrt-Terminal zurück. Wir sahen hunderte von Lastwagen, die lose Fracht geladen hatten (Sojabohnen?) und auf Entladung warteten. Sonntag spielt hier keine Rolle.

Es ist schon toll. Wir schlafen nun und wenn wir aufwachen, laufen wir kurze Zeit später in die Bucht von Rio de Janeiro ein.


16.02.2026 (Rosenmontag) Rio de Janeiro

Wie wir, von Süden kommend, ist das Einlaufen in Rio de Janeiro schon ein Erlebnis. Vorbei an den berühmten Stränden Ipanema und Copacabana, im Hintergrund der Corcovado (mit der Christusstatue) und der Zuckerhut. Um 11 Uhr haben wir angelegt.

Sambódromo

Der Besuch des Sambódromo war ja ein Hauptgrund für unsere Reise. Eintrittskarten aber für den Besuch heute, am Rosenmontag, waren über den AIDA Ausflugsservice, als wir vor fast einem Jahr die Kreuzfahrt buchten, nicht mehr zu bekommen. Die aufgerufenen Preise waren sowieso horrend. Wir haben uns letztes Jahr dann Karten für den Sektor 9, nur hier gibt es nummerierte reservierte Sitzplätze, direkt bei einer Agentur in Rio besorgt. War „nur noch“ der Transport zu klären, den wir per Taxi bewältigen wollten. Über das „Schwarze Brett“ auf der AIDA haben wir noch ein Ehepaar getroffen, die mit uns fahren wollten. Am Abend gegen 20 Uhr zogen wir los und verhandelten, noch im Terminalgebäude, mit einem „offiziellen“ Taxidienst. Für 50 US$ pro Person (Hin- und Rückfahrt) bekamen wir die Fahrt. Über WhatsApp sollten wir uns dann melden, wann wir zurückwollten. Wir wussten ja nicht, wie lange wir es aushalten werden. Dass es bis fast 4 Uhr würde, ahnten wir noch nicht. Die Heimfahrt durch das nächtliche Rio war dann noch ein Abenteuer, scherte sich Anderson, unser Fahrer, weder um rote Ampeln noch um Einbahnstraßen. Wegen der Straßenumzüge am Faschingsdienstag waren nämlich bereits viele Straßen gesperrt.

Im Sambódromo angekommen, begaben wir uns zu unseren „reservierten“ Plätzen, die wir aber bereits belegt vorfanden. Der Ordnungsdienst regelte dann aber die Sache. Wir hatten nämlich Plätze in der ersten Tribünenreihe mit bester Sicht.

Der Ablauf ist so: Etwa ab 22 Uhr zieht die erste Sambaschule los und jede Schule hat so 70 Min. Zeit, sich zu präsentieren. Dann ist eine halbe Stunde dazwischen und dann geht es weiter. Sonntag und Montag sind die „Grupos Especial“ , die erste Liga, im Sambódromo zu sehen.

Wir haben drei Batterias angeschaut:

Mocidade Independente de Padre Miguel, Beija-Flor de Nilópolis (waren 2025 Sieger) und Unidos do Viradouro. Den kulturellen Hintergrund der einzelnen Themenwagen und der Kostüme, es ging um Legenden und religiöse Traditionen, haben wir natürlich nicht verstanden. Aber das ist auch gar nicht notwendig angesichts dieser Pracht an Ausstattung der Wagen und der Kostüme. Jede Sambaschule präsentiert mehrere Tausend Tänzer und so sechs riesige Themenwagen.

Was man nicht beschreiben kann ist die Begeisterung der Tänzer und der fast 100.000 Zuschauer. Es ist laut, es ist heiß und man kann das nur mit einem kühlen Bier ertragen. Ambulante Verkäufer gehen durch die Reihen. Dass wir so, wie angedacht, um 1 Uhr nach Hause gehen, daran war nicht zu denken. Da war die zweite Sambaschule noch am durchziehen. Dass die Betonstufen zum Sitzen zu niedrig sind und dass einem nach Stunden die Beine wehtun, davon merkt man vor lauter Begeisterung nichts oder erst später, wenn der Tinnitus noch in den Ohren dröhnt.

Ja, Karneval ist eine ernste Sache.

Die nachfolgenden Fotos können nur ein bisschen das Erlebnis vermitteln. Es fehlt natürlich die Bewegung der Tänzer und der überdimensionalen Figuren auf den Wagen und der Rhythmus der Sambatrommeln.


17.02.2026 Rio de Janeiro

Rio hat über 6 Millionen Einwohner und zur Zeit des Karnevals auch noch hunderttausende Touristen. Und alle wollten heute Mittag auf den Corcovado, den Berg, der von der Christusstatue bekrönt wird. So hatten wir es jedenfalls gefühlt. Wir fuhren also mit dem Ausflugsbus zur Talstation der Corcovadabahn, wo schon jede Menge Leute anstanden.

Nach einer Stunde Warten, gings los. Die Zahnradbahn, Schweizer Fabrikat und finanziert aus Baden-Württemberg, fuhr uns die 700 Höhenmeter empor und legte dabei fast 4 km zurück. Auf dem Gipfel rund um die Statue war es schwierig eine Platz für den Ausblick zu finden. Klar, alle wollten diesen einmaligen Blick auf die Stadt, die Bucht, den Zuckerhut und die Strände genießen. Auch für die Talfahrt mussten wir wieder anstehen, aber etwas kürzer.

Unseren Ausflug heute beendeten wir mit einer Fahrt entlang der Copacabana. Unser Eindruck war, außer der Berühmtheit gibt es an diesem Strand nichts besonderes. Alles ist total kommerzialisiert. Vielleicht lag es auch am Karneval, zu dem zusätzliche Buden und Eventlokationen aufgebaut waren.

Es war heiß heute in Rio, 35 Grad, und wir kamen gehörig ins Schwitzen.


18.06.2026 Rio de Janaeiro/auf See

Eigentlich sollten wir gestern Abend auslaufen, aber da wir am 19.02. den brasilianischen Hafen Ilheus auslassen (Hafenplatzprobleme), fahren wir stattdessen gleich nach Salvador de Bahia (letzter brasilianischer Hafen), wo wir am 20.02. planmäßig einlaufen werden.

Wir haben ja jetzt die absoluten Highlights der Reise gesehen und nun sind es noch 6.000 Seemeilen (10.000 km) bis Hamburg. Den „Sommer“ werden wir noch bis zu den Kanaren haben (Ende Febr.), aber dann geht’s wieder ins noch kalte Europa.

Um 11 Uhr sind wir ausgelaufen. Alles stand an Deck für einen letzten Blick auf Zuckerhut und Corcovado.


19.02.2026 Auf See

Eine brasilianische Stadt, Salvador da Bahia, steht noch auf unserem Reiseplan. Aber dazu müssen wir noch ein gehöriges Stück auf dem Südatlantik zurücklegen. Morgen früh um 7:00 Uhr werden wir in Salvador ankommen.


20.02.2026 Salvador da Bahia/auf See

Salvador wurde bereits 1549 gegründet und ist heute die sechsgrößte Stadt Brasiliens. Die Altstadt, aufgeteilt in eine Unterstadt (cidade baixa) und eine Oberstadt  (cidade alta), ist Weltkulturerbe. Das können wir nach unserer heutigen Besichtigung nachvollziehen.

Mehr als 1,5 Mio. Sklaven wurden in den Jahrhunderten des Sklavenhandels nach Salvador „importiert“ und versteigert. Deren Nachkommen prägen noch heute die Stadt und sie ist deshalb die afrikanischste Metropole Brasiliens.

Afrikanische Naturreligionen sind weitverbreitet und die Tradition der „Fitinhas“, der bunten Armbänder, beruht auf den Orishas, den Göttern der Religion der Yoruba aus Westafrika. Man muss sie sich von einem anderen Menschen am linken Handgelenk mit drei Knoten festmachen lassen und für jeden Knoten kann man sich was wünschen. Wenn das Band nach Monaten abfällt, sollten die Wünsche in Erfüllung gegangen sein. Auf allen Bändern steht: “Lembrança do Senhor do Bonfim da Bahia”, das heißt auf deutsch “Erinnerung an unseren Herrn des Guten Endes in Bahia”

Auch der Kampftanz „Capoeira“ geht auf die Sklaven zurück. Er diente dem Training echter kampfsportartiger Fertigkeiten und wurde mit Musik als „Tanz“ getarnt. Es gab ja auch einige Sklavenaufstände, die aber immer blutig niedergeschlagen wurden.

Als wir durch die Altstadt gingen, waren überall noch die „Überreste“ (Tribünen, Buden, Absperrungen usw.) zu sehen. Auch Salvador ist eine Karnevals-Hochburg. Zum fotografieren war dies aber störend.

Wir haben ja nach dem Auslaufen Brasilien endgültig verlassen. Vor uns liegen 3.500 km Seestrecke bis zu den Kapverden. Dazu benötigen wir nun gute 4 Tage. Morgen Nacht werden wir den Äquator von Süden her kommend überqueren.


21.02.2026 Auf See

Noch bewegen wir uns entlang der brasilianischen Küste.


22.02.2026 Auf See

Vorgestern hatte der Kapitän noch angekündigt, dass wir den Äquator vom 21. auf den 22. Februar überqueren. Heute morgen waren wir aber immer noch über 2 Grad südl. Breite. Lag es am Brasilstrom, der fließt uns entgegen, und dem starken Gegenwind? Egal, müssen wir halt schneller fahren. Wobei, wir sind mit 35 km/h schon flott unterwegs und schaffen am Tag somit 840 km.

Obwohl wir weit vom Festland entfernt sind, begleiten uns Fregattvögel und Maskentölpel.


23.02.2026 Auf See

Wir bewegen uns wieder auf der Nordhalbkugel genau zwischen Afrika und Amerika. Zum nächsten Festland sind es tausende von km und auch den Vögeln ist das zu weit draußen. Keine fliegen mehr ums Schiff herum.


24.02.2026 Auf See

Unser Alltag auf See: Rita geht meist ins Fitness und ich geh auf dem Oberdeck spazieren. Nachmittags dann relaxen, wenn möglich im Schatten.


25.02.2026 Praia (Kapverden) / auf See

Kurzer Stopp in Afrika (11-20 Uhr) heute, bevor wir weiter Richtung Kanarische Inseln fahren. Praia liegt auf der Insel Santiago, der größten kapverdischen Insel. Allzu viel gibt es nicht zu bestaunen, aber man kann nach vier Seetagen wieder festen Boden fühlen und dem Treiben in der Altstadt zuschauen.


26.02.2026 Auf See

Seit ein paar Tagen sind wir ja im Nordatlantik und fahren gegen Norden. Täglich ist der Wind stärker geworden und deshalb verstärkt sich der Seegang und die Temperatur geht allmählich zurück. Heute beim Frühstück gingen wir schon wieder Schlangenlinien.


27.02.2026 Auf See

Dreimal hintereinander haben wir nun die Uhrzeit wieder vorgestellt um jeweils eine Stunde und sind jetzt nur mehr eine Stunde hinter der Mitteleuropäischen Zeit. Morgen früh kommen wir nach Gran Canaria (Las Palmas) und am Sonntag (01.03.) nach Lanzarote (Arrecife).

Heute waren wir das erste Mal im Burger-Restaurant auf der AIDA. War lecker, der vegetarische Burger.

Auf dem Oberdeck ist nun kein Badewetter mehr. Die Temperaturen (22-24 Grad) zusammen mit dem starken Wind eigenen sich nur noch zum mit Shorts und T-Shirt in der Sonne sitzen.

28.02.2026 Las Palmas/auf See

Als wir heute morgen in Las Palmas das Schiff verliesen, war Nieselregen, heftiger Wind und die Temperatur lag unter 20 Grad. Aber wir hatten ja einen Ausflug nach Maspalomas im Süden der Insel gebucht und schon nach halber Strecke (es waren insges. 65 km) kam die Sonne heraus und es waren 24 Grad.

Gran Canaria ist durch Vulkanberge im Inselinneren klimatisch zweigeteilt: der feuchte Norden und der trockene Süden.

Das größere Spektakel heute war jedoch der Karneval in Las Palmas, den wir am Spätnachmittag besuchten. Ein riesig langer Umzug wälzte sich durch die Straßen und alle, auch die meisten Zuschauer (außer uns) waren kostümiert. Kein Vergleich natürlich mit Rio, aber ganz nett.

Um 21:30 Uhr sind wir ausgelaufen. Wie jeden Abend gab es dann ein Unterhaltungsprogramm.


01.03.2026 Arrecife/auf See

Abends auf Gran Canaria einschlafen, morgens auf Lanzarote aufwachen. So war es heute. Gegenüber Maspalomas gestern waren es heute mit 19 Grad auch ein temperaturmäßiger Unterschied.

Wir lagen im entferntesten Hafenteil von Arrecife und mussten einen kostenpflichtigen Shuttle der AIDA zur City nehmen (8 Euro). Es waren immerhin so 3,5 km einfach. Honi soit qui mal y pense.

Auffallend viele Engländer tummelten sich im Städtchen, erkennbar an der sommerlichen Kleidung mit T-Shirt und Shorts, während unsereiner mit langer Hose und Jacke angezogen war.

Allzu viel gab es nicht zu entdecken, aber ein Landgang ist immer willkommen.

Zählt es zu den maritimen Legenden? Aber es soll Passagiere geben, die auf den Kanaren das Schiff verlassen (und heimfliegen) um den manchmal heftigen Wellen in der Biskaya zu entgehen. Beim Auslaufen hat der Kapitän heute jedoch bereits heftigen Seegang bei Windstärke 9 (Wellenhöhe über 5m) für morgen angekündigt. Die Prognosen für die Biskaya am 5.3. sind jedoch noch moderat.


02.03.2026 Auf See

„Die Luft ist ein bisschen raus“ aus der Kreuzfahrt. An der Hinfahrt nach Südamerika gab es die Erwartung großer Dinge (die ja auch kamen) und der Wärme der Tropen. Aber jetzt, nach den Kanaren, ist nur noch Kälte und Wind zu erwarten. Wir legen noch übermorgen in A Coruña an, aber das kennen wir schon. Auf Deck ist es nur noch mit Daunenjacke erträglich. Aber, man muss das Beste daraus machen. Das leckere Essen und die Unterhaltung am Abend sind ja noch da.

Wir haben heute im Brauhaus das dort gebraute Bier genossen. Es wird ja aus Meerwasser hergestellt (natürlich als Trinkwasser aufbereitet). Mir hat es geschmeckt, Rita weniger.


03.03.2026 Auf See

Zwei Häfen haben wir ja auf unserer Reise ausgelassen (Fortaleza und Ilheus, beide in Brasilien). Heute haben wir nun einen ungeplanten Stopp in Porto (Portugal) eingelegt. Jedenfalls so halb, weil wir nur fast zwei Stunden auf Reede lagen. Der Grund war ein medizinischer Notfall und der betroffene Passagier wurde an Land gebracht werden. Dazu kam ein Boot von der Seerettung längsseits. Da auch eine Mitarbeiterin der medizinischen Abteilung der AIDA mitfuhr, musste diese anschließend wieder zurückgebracht werden. Da eine starke Dünung herrschte, waren die Umstiegsmanöver nicht ohne.

Anschließend gab es ein besonderes Gericht im asiatischen Restaurant, kreiert von der Fernsehköchin Felicitas Then, die wir nicht kannten, aber das Gericht war super: Chinesische Undo Nudeln mit Pak Choi und raffinierten Gewürzen.

Im Theatrium gaben uns Crewmitglieder eine Kostprobe ihres gesanglichen Könnens. Also einige Auftritte waren schon fast professionell und es hat uns gefallen.

Trotz der Verzögerung durch den Notfall heute werden wir morgen planmäßig um 7 Uhr in A Coruña ankommen. Der Kapitän hat einen Zahn zugelegt und wir fahren fast 40 km/h (normalweise so 30 km/h).


04.03.2026 A Coruña/auf See

Es war noch dunkel als wir heute morgen anlegten, wir haben noch geschlafen. So um 10 Uhr sind wir dann an Land gegangen und haben bei schönstem Frühlingswetter, aber im Schatten waren es nur 14 Grad, die Altstadt erkundet. Auf der Praza de Maria Pita, dem Rathausplatz, haben wir ein Bier getrunken und sind dann zurück an Bord. Da gab es um 14 Uhr ein Mittagessen für uns und um 15 Uhr sind wir zur letzten Etappe bis Hamburg aufgebrochen. Bis dahin sind es noch 2.000 km. Gleich nach Verlassen des Hafens Richtung Norden befindet man sich ja bereits in der Biskaya, aber unser Kapitän hat uns ungewöhnlich ruhigen Seegang für diese Jahreszeit angekündigt. Das soll uns recht sein.


05.03.2026 Auf See

Es war unsere dritte Durchquerung der Biskaya, aber so ruhige See war noch nie. Um 10 Uhr waren wir an der Einfahrt des Ärmelkanals:


06.03.2026 Auf See

Unser letzter voller Tag auf der AIDA ist heute. Um Mitternacht werden wir die Elbmündung erreichen und gegen 8 Uhr morgen in Hamburg anlegen.

Die letzten Tage gab es Teppanyaki des Öfteren (wir lieben es). Wir nehmen meist Weißkohl, Wirsing, Zwiebel, Karotten , Paprika, Undo-Nudeln, Schrimps und dann noch Chilisauce, Knoblauchsoße und Ingwersoße. Man gibt den Teller an der Theke ab und 10 Min. später bekommt man das Gebratene zurück.

Zeit, um ein Resümee zu ziehen:

Würden wir noch eine Kreuzfahrt mit AIDA machen?

Wir wollten ja mit dieser Reise dem Winter (und der war diesmal in Mitteleuropa schon ziemlich kalt und lang) möglichst lang entkommen und vor allem die Metropolen Buenos Aires, Montevideo und Rio de Janeiro (mit dem Höhepunkt, dem Sambódromo) besuchen. Das war, wenn man fliegen vermeiden wollte, nur mit dieser AIDA Reise möglich.

Wie bereits erwähnt waren wir vor neun Jahren schon einmal mit AIDA unterwegs. Dass das Essen etwas nachgelassen hat, habe ich auch schon gesagt, aber schlimmer ist die Kommerzialisierung der Angebote. Zum Beispiel kostet der Spa (reservierte Liegen, Whirlpool und Sauna) pro Tag/Person 59 Euro (war früher inklusive). Laufend werden Shopaktionen angepriesen wie in einem Kaufhaus (10 % auf Polar Uhren, 15 % auf Brax Hosen usw.).

Also dass müsste schon ein ganz spezielles Ziel sein, wenn wir noch einmal eine Kreuzfahrt machen würden. Für die meisten Passagiere hier an Bord, die ja meist vielfache Wiederholungstäter sind, ist eine Kreuzfahrt deshalb so attraktiv, weil man sich um nichts kümmern muss. Keine Visa, kein Zollkram, (teure) Landausflüge per App buchen und Essen und Trinken im Überfluss. Trotzdem war diese spezielle Kreuzfahrt mit Rio im Karneval schon ein besonderes Erlebnis für uns.

Die AIDAmar ist ja bereits 15 Jahre in Dienst. Das Interieur ist deshalb nicht mehr ganz up to date (im Herbst soll eine Generalüberholung des Schiffs und der Einrichtung erfolgen) aber die Kabinen sind ganz ok und die Nasszelle funktionierte Bestens. Der Service ist ebenfalls hervorragend und die Mitarbeiter freundlich, was man von einem (kleinen) Teil der Mitreisenden nicht sagen kann. Aber wie in allen Gruppen gibt es solche und solche.

Für die Abreise haben wir uns diesmal es etwas leichter gemacht. Wir lassen die Koffer nach Hause liefern. Sie sollen bis Dienstag (10.03.) gebracht werden. Wir mussten sie nur in der Nacht vor die Kabinentür stellen.


07.03.2026 Hamburg/Heimreise

Nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir die AIDAmar um 9:00 Uhr verlassen. Angesichts des sonnigen Wetters und der milden Temperatur haben wir uns entschlossen, zu Fuß zum Bahnhof zu gehen. Wir sind ja diesmal am Kreuzfahrtterminal Altona angelandet und der Fußweg zum Bahnhof (5 km) führt ja entlang der Elbe bis zu den Landungsbrücken und dann entlang des Zollkanals (Speicherstadt) bis fas zum Ziel. Also eine der attraktivsten Spazierstrecken Hamburgs. Das hat auch alles gut geklappt. Nicht ganz geklappt hat der ICE 611. In Hamburg-Harburg hatten wir schon eine halbe Stunde Verspätung. „Signalstörung“ meldete die Zugführerin und war zuversichtlich, noch etwas von der Zeit gutzumachen.

Am Ende waren es 30 Minuten Verspätung, aber das ist ja auf die Strecke längs durch Deutschland ein Klacks.

ENDE


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