27.09.2026 Meran
Bei dem tollen Herbstwetter bräuchte man gar nicht verreisen, aber es war lange geplant. Die Fahrt gegen Süden war ab Reutte (Tirol) eine einzige Gurkerei, denn es war einfach zu viel los und es kam immer wieder zu Stop and Go. Aber irgendwann waren wir dann am Camperstop Meran angekommen.
Wir machten noch einen Abendspaziergang zu den Lauben, aber Sonntags war da das meiste zu, und gingen zurück entlang der Passer-Promenade. Immer wieder schön.



N 46.6697, O 11.1497, km 345 (345)
28.09.2026 Meran
Bei dem Kaiserwetter heute war unsere heutige Tour vielversprechend , letztlich gab es aber eine unschöne Sache. Aber der Reihe nach:
Wir wollten mit dem Zug von Meran, wir stehen nur ein paar hundert Meter vom Bahnhof entfernt, nach Mals (kurz vor dem Reschenpass und Endhaltestelle) fahren und von dort aus mit den Rädern zurück nach Meran, was so 70 km ausmacht.
Wir erfuhren, dass der Zug zur Zeit wegen Elektrifizierungsarbeiten nur bis Laas fährt (40 km von Meran aus). Also planten wir um und fuhren bis Laas und von dort mit dem Rad bis Glurns, dem mittelalterlichen Städtchen mit einer vollständig erhaltenen Stadtmauer. Das waren dann noch einmal 20 km von Laas bis Glurns, aber durch eine herrliche Landschaft. Die Apfelernte war voll im Gang und das Wetter herrlich.
In Glurns, es war Mittagszeit wollten wir Mittagessen und stellten unsere Fahrräder am Hauptplatz ab. Die Schlösser klickten ein und dann bemerkten wir, dass wir keine Fahrradschlüssel dabei hatten, Um das Schloß zu schließen braucht man keine Schlüssel. Im nächsten Laden fragten wir nach einem Handwerksbetrieb und bekamen eine Autowerkstatt außerhalb der Stadtmauer genannt. Wir gingen, zu Fuß natürlich, die paar hundert Meter hin aber da war gerade Mittag und um 13:30 Uhr sollte es dann weitergehen. Es ging weiter und der Chef fuhr mit uns und einer Akku-Flex im Auto zum Hauptplatz zurück. Erschreckend schnell, in jeweils einer Minute, waren unser Räder „befreit“.
Wir hatten 1,5 Stunden verloren und noch kein Mittagessen. An einem Imbissstand gab es dann ein Vesper und ein Bier und wir waren wieder in der Zeit.
Es waren von Glurns (930 m Höhe) aus 60 km bis Meran (325 m Höhe) . Es geht zwar nominell bergab, aber auf 60 km entsprechen die 600 Höhenmeter 1 Prozent Gefälle, das man kaum wahrnimmt. Der Gegenwind war stärker als das Gefälle. Trotzdem waren einige rasante Abfahrten dabei. Alles in allem ein schöner Tag.







29.09.2026 Terlan
Die Sonne schwächelte heute und wir verlegten unseren Standplatz nach Terlan, von wo der berühmte Terlaner Weißwein kommt. Ein schöner Stellplatz, direkt unter der Burgruine Maultasch.
Am Nachmittag fuhren wir mit den Rädern nach Kaltern. Der Radweg führt zunächst an der Etsch entlang bis Sigmundskron und dann auf der Trasse der ehemaligen Überetsch-Bahn in vielen Kurven hinauf nach Kaltern. Hin und zurück waren es 40 km.
In der Kellerei Terlan haben wir noch einen echten „Terlaner“ gekauft. Der ist ein Cuvée aus Weißburgunder, Chardonnay und Savignon blanc und schmeckt hervorragend.





N 46.5254, O 11.2509, km 25 (370)
30.09.2026 Fano
Für die Autostrada in Italien haben wir uns diese Jahr besser gerüstet und fahren jetzt mit einer Mautbox mit der man an den Mautstationen einfach durchfahren kann. Die entsprechende Mautgebühr wird abgebucht und der Service kostet für jeden Monat der Benutzung 2,40 €.
Wir sind bis Fano, 50 km vor Ancona an der Adriaküste, durchgefahren und haben auf einem netten Stellplatz Quartier bezogen. Wir stehen 100 m vom Strand aber wie es in Süditalien üblich ist, liegt zwischen Strand und Hinterland die Bahnlinie.
Während wir in Südtirol noch in der Hochsaison waren, ist hier im Süden bereits Saisonende und man muss schauen, welche Plätze noch geöffnet haben. Das gleiche gilt auch für viele Restaurants. An dem Platz wo wir stehen, sind außer uns nur eine Handvoll Wohnmobile.


N 43.8183, O 13.0700, km 461 (831)
01.10.2026 Fano
Wir genossen heute die Sonne und das Meer und faulenzten den Tag. Die paar anderen Gäste hier waren am Vormittag verschwunden, weil wohl die meisten hier am Platz Fährenbenutzer für die Strecke Ancona-Patras waren.


02.10.2026 Termoli
Wir sind heute ein weiteres Stück Richtung Süden gefahren und haben in Termoli halt gemacht. An der Marina gibt es einen schönen Stellplatz und die Altstadt liegt gleich daneben. Es gibt ein Castello Svevo (die „Schwäbische Burg“) aus der Stauferzeit (13. Jahrhundert), die romanische Kathedrale und die angebliche engste Gasse Italiens und ganz Europas.
Bis wir eine neapolitanische Pizza genießen konnten, mussten wir bis 18:30 Uhr ausharren, weil hier vorher nichts abgeht. Erst als wir bereits mit dem Essen fertig waren, so gegen 19:30 Uhr, füllten sich die Lokale. Es war ein lauer Abend und die Heizpilze blieben aus.







N 42.000, O 15.000, km 312 (1.143)
03.10.2026 Falerna Marina
Wir haben unseren ursprünglichen Plan geändert und wollen nun direkt nach Kalabrien fahren und zwar ganz nach unten. Dazu haben wir die kürzeste Verbindung genommen und die führte uns heute zum Tyrrhenischen Meer, wo wir übernachten werden, und dann morgen zum Ionioschen Meer weiterfahren.
Wir fuhren ja heute quer über den Stiefel und da war streckenweise, über den Appenin, keine Autobahn und Google Maps schickte uns über schmale Straßen von der Autobahn A14 zur A3. Entschädigt wurden wir heute durch einen herrlichen Sonnaufgang und einen genauso schönen Sonnenuntergang auf der „anderen“ Seite Italiens.




N 38.9832, O 16.1403, km 472 (1.615)
04.10.2026 Bianco
Sonntags haben hier die Supermärkte geöffnet. Das der Campingplatz nicht geöffnet hat, damit haben wir nicht gerechnet. Aber der Reihe nach:
Wir hatten vor, einige Tage am Meer zu verbringen und hatten den Tipp bekommen, dass in Bianco, am Ende von Kalabrien, ein schöner Platz sei.
Wir haben uns in Sidorno noch mit Lebensmitteln eingedeckt und sind dann nach Bianco gefahren. Den Platz haben wir gleich gefunden, aber die Rezeption hat Sonntags geschlossen und die Tore waren zu. Aber ein großer Parkplatz davor nahm uns auf und wir checken dann halt morgen ein.
Wir machten einen Rundgang durchs Städtchen und am Strand. Das war schweißtreibend, weil wir an die 30 Grad hatten.





N 38.0957, O 16.1544, km 150 (1.745)
05.10.2026 Bianco
Wir haben auf einen regulären Stellplatz gewechselt und gleich mal eine Woche gebucht. Bei 10 € pro Tag kann man nicht meckern. Das Wetter ist toll und das Meer warm (22 Grad). Zum 5 km langen Strand gelangt man vom Campingplatz durch eine Unterführung.
Mit dem Radfahren müssen wir noch genauer planen, gilt doch die SS106 Jonica, also die Küstenstraße, als Strada della morte (Todesstraße) bei den Einheimischen. Wir haben gestern im Ort selber gesehen, wie einige Auto und Motorräder mit geschätzen 80 km/h unterwegs waren.


06.10.2026 Bianco
Der Campingplatz ist ganz schön und so zu ungefähr 10 Prozent belegt. Das noch warme Meer aber ist das Beste.

07.10.2026 Bianco
Am Vormittag waren wir „im Städtchen“ (so 15 min zu Fuß ins Centro) um einzukaufen. Brot scheint am schwierigsten, weil es meist nur einfaches Weissbrot gibt, aber wir haben einen Laden gefunden, der auch rustikalere Brote hat.
Obwohl es angenehm warm war, waren wir heute Nachmittag nicht im Meer, weil es uns zu windig war. Dem Hubschrauber der Feuerwehr machte der Wind nichts und er flog den halben Nachmittag von einem Waldbrand in den Bergen immer wieder zum Meer um Seewasser aufzusaugen.



08.10.2026 Bianco
Heute war es mit 27 Grad ungewöhnlich warm und wir schwitzten bei unserem Spaziergang über den Wochenmarkt heute.
War es gestern ein Löschhubschrauber, so war heute Nachmittag ein Löschflugzeug im Einsatz. Direkt vor uns am Strand nahm es im Tiefflug Seewasser auf.



Am späteren Abend gab es noch ein Gewitter mit etwas Blitz und Donner und ein paar Tropfen.
09.10.2026 Bianco
Heute haben wir uns am Nachmittag mal aufgerafft und sind mir den Rädern ins Hinterland gefahren. Nicht so weit, denn es geht gleich heftig bergauf. Alt-Bianco war unser Ziel. Am ersten Bild sieht man die weiße Lehmerde, die dem Ort seinen Namen gab. Wie vielfach im Mittelmeerraum sind die ursprünglichen Dörfer ein Stück in den Bergen erbaut worden, um die Gefahr von überraschenden Überfällen durch Piraten, Wikingern oder feindlichen Seemächten zu vermindern.
Außer der Kirche ist nicht mehr viel zu sehen. Am Rückweg haben wir versucht, lokalen Wein bei Weingütern zu kaufen, aber ohne Erfolg (geschlossen). Der Greco di Bianco ist ein historischer Süßwein aus getrockneten Trauben hergestellt. Aber den wollten wir nicht, sondern den herkömmlich gekelterten Weißwein.




10.10.2026 Bianco
So um 22 Uhr gestern Abend kam das angesagte Gewitter bzw. die angesagten Gewitter, denn immer wieder gab es heftige Blitze und Donnerschläge., die bis 6 Uhr andauerten. Der Regen war auch nicht wenig. Eine Nachbarin sagte, dass sie in ihrem ganzen Leben noch nie solche Gewitter erlebt hätte und sie war auch so um die Siebzig.
Die Stühle und Hocker und den Läufer vor der Tür abspritzen, das wars schon mit der Schadensbehebung.

Leider war der Nachmittag und der Abend wieder verregnet.
11.10.2026 Bianco
Wettertechnisch war heute alles wieder ok: Sonne und moderater Wind.
Am Abend sollte eine Prozession stattfinden. Ein Marienbild sollte durch die Straßen getragen werden und daneben sollte ein Beiprogramm sein. Musik, Stände mit lokalen Spezialitäten und wir erwarteten viele Leute.
Wahrscheinlich waren wir zu früh dran, aber die Musikkapelle spielte und ein überdimensioniertes Tanzpaar führt einen wilden Tanz auf. Aber von Prozession keine Spur und Leute waren es auch nicht sehr viel. Vielleicht hätten wir das Ende des Gottesdienst abwarten sollen. Trotzdem ein netter Einblick in die kalabrischen Sitten.




12.10.2026 Bianco
Wir haben heute am Campingplatz eine Woche verlängert. Es passt gerade alles. Nicht gepasst hat unsere Einkaufstour mit dem Auto heute. Die SS106 war wegen einer Baustelle nur einspurig mit Wechselampel befahrbar und das ließ uns eine halbe Stunde im Stau stehen.
Aber am Nachmittag war alles wieder ok. Neben dem Strand ist auch ein Sportplatz wo die kleinsten Kicker heute trainierten. Italien will an der WM 2042 scheints unbedingt wieder mitspielen. Und dafür trainierten die Kids.

13.10.2026 Bianco
Am Vormittag haben wir eine Strandwanderung unternommen und am Nachmittag wollten wir nochmal nach Bianco Vecchio (Alt-Bianco) radeln. Es gibt da noch einen Teil, den wir am 9.10. nicht erkundet haben und den man über eine andere Straße erreichen kann bzw. muss. Jedoch scheiterten wir kurz vor dem Ziel, weil die Straße weggespült war. Ob bei dem Gewitter vor ein paar Tagen oder schon länger, wissen wir nicht. Aber wir waren schon recht hoch gefahren und da ärgert es einen, kurz vor dem Ziel umkehren zu müssen.



14.10.2026 Bianco
Ein fast wolkenloser Tag, aber mit ordentlichem Wind. Fürs Baden im Meer nicht so geeignet, aber zu einer schönen Radtour ins Hinterland optimal.
Wir sind nach Sant´Agata del Bianco geradelt. Sind nur 11 km landeinwärts, aber dafür 400 Höhenmeter. Die Straße windet sich in Serpentinen hinauf, durch Olivenhaine und Weinberge und es gibt immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die Küste.
Sant´Agata ist ein malerischer und ordentlich gepflegter Ort der zwar wenig Einwohner hat, aber mit viel Kunst glänzt. Hauptsächlich Murales, aber auch Kunstschmidearbeiten und bemalte Türen. Hat uns sehr gefallen.













15.10.2026 Bianco
Der Wind war weniger heute, aber das Meer zum Baden für uns noch nicht ruhig genug. Aber für einen ausgiebigen Strandspaziergang auf jeden Fall gut. Am Vormittag waren wir wieder auf dem Wochenmarkt und haben uns mit Obst und Gemüse eingedeckt.


16.10.2026 Bianco
Am Montag (heute ist Freitag) wollen wir ja weiterfahren und heute haben wir erfahren, dass der Diesel (und auch Benzin) in Kalabrien ausgegangen ist. Das liegt nicht an der Straße von Hormuz, sondern die Raffinerie, die den Diesel hier verteilt, wird bestreikt. Wir haben noch für 250 km Reichweite Treibstoff. Wir werden sehen.
Das Meer war uns heute geneigt und wellte nur leicht.




17.10.2026 Bianco
Wegen der Treibstoffsituation gibt es Hoffnung. An der Tankstelle im Ort war der Aushang heute mit „ARRIVA LUNEDI“ ergänzt. Also am Montag gibts Nachschub.
Zum Baden war es heute nicht so gut, weil wenig Sonne und hohe Wellen. Aber zum Radeln war das Wetter wieder geeignet. Von Google ließen wir uns einen Rundkurs in den Hügeln hinter Bianco empfehlen. Aber die Strada Comunale S´ Antantonio Valle, die wir Anfangs fuhren, hat zwar einen klangvollen Namen, aber endete nach 4 km ebenso wie es uns am 13.10. erging: im unwegsamen Nirwana.
Wir fuhren dann wieder zurück und begannen den anderen Teil des Rundwegs bis zum Dorf Crocefisso, wo es eine Klosterruine gab. Aber die war so unscheinbar, dass sich nicht mal ein Foto lohnte.




18.10.2026 Bianco
Als wir heute Vormittag unseren täglichen Spaziergang entlang der Strandpromenade machten, befanden wir uns überraschenderweise in einem sportlichen Ereignis von nationaler Bedeutung: Dem Finale der italienischen Meisterschaft im Fassrollen. Aber außer den beteiligten Mannschaften aus ganz Italien und deren Anhängern schienen sich nicht allzuviele Zuschauer eingefunden zu haben. Dabei ging es doch ordentlich zur Sache und der Männerkurs ging über 400 m mit vielen Hindernissen, sprich andere Fässer die umfahren werden mussten. Für das Umschmeissen der Hindernisse oder gar das Abkommen von der Piste, passierte ein paar Mal, gab es Strafsekunden. Die Damenmannschaften hatten einen verkürzten Parcour.
Da dunkle Wolken um die Mittagszeit auftauchten gingen wir schon früh zum Meer um zu schwimmen.





Am Spätnachmittag fand noch ein Umzug von der Strandpromenade in das „Centro“ statt. Alles in relativ kleinem Rahmen.




19.10.2026 Catania/Sizilien
Wie geplant sind wir heute aufgebrochen. Da war ja noch die Sache mit dem Diesel. Wir fuhren an vielen Tankstellen vorbei, bei denen man schon von weitem sah, dass die nichts hatten. Entweder waren die elektronischen Preisschilder erst gar nicht in Betrieb, oder es waren gar Absperrbänder in den Einfahrten. Eine Tankstelle sah gut aus, war aber auch nicht lieferfähig. Aber der Tankwart gab uns den entscheidenden Tip und da wurden wir, so 50 km vor Reggio, fündig. Dass wir nur an der Zapfsäule mit Service (kostet 20 Cent mehr pro Liter) tanken konnten, war geschenkt.
An der Fähre nach Messina mussten wir vielleicht eine Viertelstunde warten, dann gings schon los.



Wir sind deshalb nach Sizilien gefahren, weil wir bei der letzten Reise 2022 dorthin, ein paar Orte ausgelassen hatten. Unter anderem Catania, wo wir heute Station machten. Vom Stellplatz war es eine halbe Stunde zu Fuß ins historische Zentrum, wo einiges los war mit Touristen aus aller Welt. Wir bestiegen die Kuppel der Chiesa della Badia di Sant´Agata, die liegt direkt neben dem Dom, der den klangvollen Namen Basilica Cattedrale di Sant´Agata hat. Von der Kuppel aus hat man die beste Aussicht auf die Altstadt, den Dom im Süden und den Ätna im Norden. Der letztgenannte hat sich aber heute in Wolken gehüllt.
An der Piazza del Duomo liegt auch die Eisdiele Don Peppinu, die sich selbst als die Nr. 1 in Italien bezeichnet und die so 30 Sorten Eis anbietet. Tatsächlich hat die Eisdiele schon viele internationale Preise gewonnen und das Eis war schon nicht schlecht.













N 37.4872, O 15.0852, km 270 (2.015)
20.10.2026 bei Donnalucata
Der zweite Grund, warum wir nochmal nach Sizilien wollten, war ja dass es gegenüber Kalabrien noch einen Tick wärmer ist, zumindest an der Südküste, wo wir heute hingefahren sind und dort auch eine Weile bleiben wollen. Wir haben uns einen kleinen Campingplatz bei Donnalucate ausgesucht. Der Sandstrand dort ist wirklich erste Sahne und wir befinden uns unweit des südlichsten Punkt Italiens.
Gestern wie auch heute haben wir Ansammlungen von LKWs gesehen. Dort waren auch jeweils Carabinieri dabei und wir interpretieren dies als Streik der LKW-Fahrer. Demzufolge gab es gestern im Supermarkt erhebliche Lücken bei den Frischwaren und auch heute war kein Gemüse oder Milcherzeugnisse zu sehen. Bier, Wein und Wasser hatten sie noch genug.







N 36.7475, O 14.6633, km 138 (2.153)
21.10.2026 bei Donnalucata
Gestern hatte ich von dem Tick wärmer geschrieben, den wir hier in Sizilien zu erwarteten hätten. Heute war dem so. Die 26 Grad waren ja noch ok, aber die Luftfeuchtigkeit mit 80 Prozent ließ uns gehörig schwitzen. Aber das Meer schaffte Abkühlung.
Am Nachmittag sind wir noch mit dem Rad in westliche Richtung geradelt. Nach Donnalucata (4 km) und Marina di Ragusa (13 km). In Marina di Ragusa ist ein bekannter Badeort und hat schon einen mondänen Flair.


Cava D´aliga



22.10.2026 bei Donnalucata
Der Streik der LKW-Fahrer soll angeblich wieder vorbei sein. Aber es soll noch Tage dauern, bis die Versorgung der Supermärkte wieder auf normalem Niveau ist. Da kam es heute gerade richtig, dass ein fliegender Gemüsehändler bei uns auf den Platz fuhr. Lokales Gemüse (die Ananas natürlich nicht) ganz frisch.
Ragusa, Modici und Scicli u.a. sind Weltkulturerbe im Val di Noto, also dem historischen Gebiet im Südosten Siziliens. Ragusa und Midici haben wir bereits 2022 besichtigt. Da traf es sich gut, dass wir nur 10 km von Scicli entfernt sind. Wir fuhren also am Nachmittag mit den Rädern den Berg hinauf (108 Höhenmeter) und schauten uns Scicli an. Viele Paläste und Kirchen gab es zu sehen. Leider sind die Straßen so eng, dass man die Sehenswürdigkeiten nicht in ganzer Schönheit sehen kann. Dazu schlängelt sich viel Verkehr hindurch und Motoräder machen einen Heidenlärm. Das trübt schon den Kulturgenuß.











23.10.2026 bei Donnalucata
Heute ließen wir es ruhig angehen. Am Vormittag Strandspaziergang und am Nachmittag sind wir in den Nachbarort Cava D´aliga geradelt. Dort haben wir eine nette Bar/Ristorante/Gelaterie gefunden wo man herrlich sitzen und aufs Meer schauen kann. Abends noch der obligatorische Sonnenuntergang, mit Sundowner, versteht sich.



24.10.2026 bei Donnalucata
Die Sonne schwächelte heute ein wenig, aber es waren trotzdem 22 Grad. Der Gemüsehändler kam am Morgen wieder und wir deckten uns ein. Als wir später zum Supermarkt geradelt sind, stellten wir fest, dass auch dort die frischen Sachen wieder vollständig waren.
Am Nachmittag sind wir wieder in die Bar wie gestern gegangen, wortwörtlich, denn wir sind heute nicht mit dem Rad auf der Strada Provinciale geradelt, sondern am Strand entlang zun Fuß. Das dauerte hin und zurück jeweils 50 Min.



25.10.2026 bei Donnalucata
Wegen der Zeitumstellung letzte Nacht, kamen wir heute noch zu einem leckeren Fisch. Aber der Reihe nach:
In Donnalucate ist eine kleine Marina für Fischerboote. Der Fisch wird gleich daneben zum Verkauf angeboten. Als wir heute nach Donnalucata geradelt sind, haben wir nicht damit gerechnet, noch etwas vom Fang abzubekommen, aber wir waren früher dran, dank Zeitumstellung, und vom Schwertfisch waren noch zwei ordentliche Scheiben für uns da.
Am Spätnachmittag sind wir noch zu der Bar in Cava D´aliga am Strand entlang gegangen. Das Eis hatte uns gestern schon angelacht.


26.10.2026 bei Donnalucata
Ganz so wie wir uns das vorgestellt hatten, lief unsere Radtour nach Pozallo nicht. Pozallo liegt 20 km östlich von uns und man fährt über Cava D´aliga, Sampieri und Marina di Modica dorthin. Ab Sampieri soll sogar ein dedizierter Radweg vorhanden sein. Bis dahin ist die vielbefahren Strada Provicale 66 der offizielle Radweg.
Schon in Sampieri den Einstieg zum Radweg zu finden war schwierig. Die Schilder waren schon ziemlich verblaßt und wir denken, auch nicht vollständig. Ab Marina di Modica ging die Radroute dann über Nebenstraßen bis kurz vor Pozallo. Da führten die Schilder uns ins Nirwana und nur über die neugebaute 4-spurige Schnellstraße wären wir nach Pozallo gekommen. Das wollten wir nicht und drehten deshalb nach wieder um. Wir glauben der Neubau der Schnellstraße hat die Radverbindung unterbrochen und sie wurde seither nicht wieder hergestellt.
Aber wir konnten in Erinnerungen schwelgen, waren wir doch bereits 2022 in Marina di Modici und bei der alten Ziegelei (Fornace Penna) haben wir übernachtet. Die Ziegelei war nur von 1912 – 1924 in Betrieb. Dann brannte sie ab. Es war ein bedeutender Betrieb für Sizilien und sogar halb Tripolis (Libyen war damals italienische Kolonie) sei aus Ziegeln der Fornace Penna erbaut. Heute erhält der Staat die Überreste.
Wegen der Umwege zur Wegsuche waren wir statt 40 km fast 50 km unterwegs.






27.10.2026 bei Donnalucata
Heute war Kaiserwetter und wir nutzten es zum Relaxen. Am Nachmittag sind wir noch den Strand entlang bis zur Bar/Gelateria gegangen und haben uns ein schönes Eis gegönnt. Durch die Zeitumstellung wird es leider schon bald dunkel und als wir zurück waren, berührte die Sonne schon fast das Meer.



28.10.2026 bei Donnalucata
Auch heute ein Traumwetter und wir haben einen langen Spaziergang am Strand gemacht. Sind wir bisher immer östlich bis Cava D´aliga gegangen, so machten wir uns diesmal nach Westen auf. Da gibt es aber eine Schikane, weil nach 500 m ein Haus weit vorgebaut ist, dass man es umschwimmen müsste oder über die Felsen steigen. Letzteres haben wir gemacht und es war relativ einfach weil man dann hinter den Steinen laufen konnte und entlang des Geländers des Hauses war ein schmaler Weg.
Dann konnte man ohne weitere Hindernisse bis Donnalucate gehen.



29.10.2026 bei Donnalucata
Am 21.10.waren wir ja nur kurz in Marina di Ragusa, aber heute waren wir länger dort. Aber zuerst sind wir durchgeradelt bis Punta Secco. Das ist ein kleiner Ort 5 km weiter nach Marina di Ragusa, aber sehr malerisch. Kein geeignetes Restaurant war verfügbar, die meisten öffnen erst um 18 Uhr oder später, und so sind wir wieder in den lebhafteren Ort Marina di Ragusa zurückgeradelt und fanden in der Marina, diesmal ist der Jachthafen gemeint, ein nettes Lokal.
Marina di Radgusa, ich hatte es ja früher erwähnt, ist ein elegantes Seebad und fast mit der Côte d’Azur vergleichbar. Sogar am Strand war heute bei dem schönen Wetter was los. Zufrieden mit der Radtour und dem Wetter sind wir dann heimgefahren (39 km).







30.10.2026 bei Donnalucata
Heute war unser letzter Tag hier und morgen werden wir weiterfahren. Wir sind morgens zum Einkaufen geradelt und am Spätnachmittag zur Bar in Cava D´aliga am Strand gewandert. Das Wetter war immer noch angenehm warm, aber die nächsten Tage soll es nicht mehr so schön sein.




31.10.2026 Marina di Ragusa
Uns hat es ja in Marina di Ragusa sehr gut gefallen und so haben wir beschlossen, auf der Fahrt Richtung Heimat dort noch mal Station zu machen. Wir sind auf den städtischen Stellplatz gefahren. Es war ja nur ein Katzensprung und es hat sich voll gelohnt.
Heute am Samstag war ja echt was los. Es war Markt und auf der Promenade war es recht lebhaft. Auch war es warm und die Sonne schien fast die ganze Zeit, obwohl rings um Marina di Ragusa schwarze Wolkern aufgezogen waren und es ab und zu aus der Ferne donnerte. Wir waren wieder in der Marina beim Essen und danach gab es Eis in der Filiale von Don Peppinu (vgl. 19.10.)




N 36.7881, O 14.5467, Km 14 (2.167)
01.11.2026 Enna
Licht und viel Schatten gab es heute im übertragenen Sinn. Der Plan war, die Villa Romana del Casale bei Piazza Armerina zu besuchen und dann im Ort zu übernachten und natürlich auch die historische Altstadt zu besuchen.
Die Villa ist ein Anwesen aus spätrömischer Zeit (Anfang des 4. Jahrhunderts) deren Erbauer nicht genau bekannt ist. Durch einen glücklichen Zufall (Überschwemmungen) sind die Mosaikböden sehr gut erhalten und einmalig in der Welt der antiken Monumente. Deshalb ist die Auszeichnung als Weltkulturerbe völlig gerechtfertigt. Die Bezeichnung Villa ist völliges Understatement, denn sie besteht aus 45 Räumen auf 3.500 m² die alle mit Mosaikböden ausgestattet sind. Man schätzt die Anzahl der Mosaiksteinchen auf 120 Millionen (!). Die Mosaike sind durch Dächer geschützt, die aber die Konturen der ehemaligen Wände und Dächer nachahmen. Quasi auf den ehemaligen Wänden wandelt man auf Stegen oberhalb der Mosaiken und hat deshalb einen guten Blick auf die Kunst. Die Stile der Mosaiken sind verschieden, weil verschiedene Künstlergruppen am Werkwaren. Hauptsächlich werden Jagdmotive dargestellt aber auch Tierfang in Afrika nebst Transport nach Rom. Szenen aus der antiken Sagenwelt gehören auch dazu.
Wir waren sehr beeindruckt von diesen Mosaiken die fotografisch nur schwer zu fassen sind. Der Eintritt in die Villa kostet normalerweise 14 €/P. aber heute, am 1. Sonntag im Monat, war freier Eintritt.
























Wir sind dann nach Piazza Armerina weitergefahren um den Ort zu besichtigen. Wir hatten drei Stellplätze ausgeguckt, aber alle drei waren belegt. Zwei von einem Zirkus und der dritte wegen Bauarbeiten gesperrt. Plan D war nun nach Enna weiter zu fahren und diesen Ort zu besichtigen. Enna liegt rd. 950 m hoch und als wir ankamen war ein Gewitter und wir befanden uns in den Wolken. Als das Gewitter vorbei war, dunkelte es schon und wir haben die Besichtigung auf morgen verschoben.



N 37.5592, O 14.2741, km 139 (2.306)
02.11.2026 Cefalù
Petrus wollte uns schon mal vorbereiten auf das Wetter in Deutschland und schickte uns so 10 Grad am Vormittag. Aber es blieb trocken und die Sonne kam immer wieder heraus. Wir sind zum Castello di Lombardia gegangen, entlang des Belvedere, dem Weg entlang des nördlichen Rands des Plateaus auf dem Enna liegt. Die Aussicht ist wirklich hervorragend und wäre bei besserem Wetter noch schöner gewesen.
Im Castello, das eine der größten und ältesten Festungsanlagen Italiens ist, sind wir auf den Bergfried gestiegen und hatten dort eine Höhe von 1015 m. Leider war auch die Aussicht Richtung Osten, wo der Ätna liegt, bescheiden.
Auf dem Rückweg sind wir auch durch die Altstadt gekommen und haben nebenbei noch den Dom besichtigt. Dieser ist wirklich prachtvoll ausgestattet und stammt aus dem 14. Jahrhundert.
An einer Bäckerei duftete es so lecker, dass wir nicht an den angebotenen Cannoli vorbeikamen. Cannoli sind Teigrollen mit einer Creme auf Ricottabasis gefüllt. Gut, wir haben auch noch Brot und Pizza gekauft.
Der Torre di Federico II aus der Stauferzeit steht etwas unzugänglich in einem Park.
Enna ist auch bekannt für seine Prozessionen in der Settimana Santa (Karwoche), wo die Mitglieder von 16 Bruderschaften kapuzentragend durch die Gassen ziehen.














Planmäßig sind wir am Nachmittag nach Cefalù gefahren. Es war fast alles Autobahn und wir kamen um 14:30 Uhr an und stellten uns auf einen Campingplatz (Camping Costa Ponente) der noch bis 15.11. geöffnet ist. Leider wurde es mit der Besichtigung von Cefalù heute nichts. Es regnete ständig und da kann man auch den schönen Campingplatz nicht genießen. Wir hoffen auf Morgen.


N 38.0288, O 13.9832, km 107 (2.413)
03.11.2026 Cefalù
Neuer Tag neues Glück. Für den Vormittag und den frühen Nachmittag war eine Regenpause vorhergesagt und es wurde sogar richtig warm.
Mit dem Bus, fuhr vor dem Campingplatz ab, sind wir ins Zentrum gefahren, das so 4 km entfernt war.
Cefalù zählt zu den schönsten italienischen Städten und es ist Italien, wie man es sich vorstellt. Die Lage am Fuß des 270 m hohen Kalksteinfelsens Rocca di Cefalù ist einmalig. Trotz der Nachsaison waren ziemlich viele Touristen unterwegs und Cefalù lebt ja davon. Unzählige Läden, auch schöne Modegeschäfte, locken die Touristen an und obwohl schon vieles saisonal geschlossen hatte, machte es noch einen geschäftigen Eindruck.
Der Dom, die Cattedrale della Trasfigurazione, ist sicher das Highlight der Stadt. Der Grundstein wuerde 1131 gelegt und das Goldmosaik in der Apsis, Christus Pantokrator, ist das älteste erhaltene normannische Großmosaik. Es stammt aus 1148. Unnötig zu erwähnen, dass der Dom Welkulturerbe ist.
Erwähnenswert sind noch die Porta Pescara, das letzte erhaltene Stadttor, und das Lavatoio Medievale, das mittelalterliche Waschhaus.
Als drohende Regenwolken aufzogen, zogen wir uns zum Mittagessen in ein Restaurant mit Blick auf die Bucht zurück. Danach sind wir im Regen mit dem Bus heimgefahren.















04.11.2026 Cefalù
Unser letzter Tag in Sizilien. Morgen fahren wir nach Palermo zur Fähre nach Livorno. Das Wetter war schön heute und wir nutzten es für einen ausgiebigen Spaziergang nach Cefalù. Auf so eine Art verstecktem Weg (Beschreibung gabs an der Reception) kann man bis auf 150 m entlang der Straße autofrei bis ins Zentrum laufen. Das waren so 4,5 km.
In Cefalù sind wir nur ein bisschen gebummelt und haben auf der Piazza del Duomo ein Bier etrunken. Auch ein naturtrübes „Messina“, das uns auch an anderen Orten auf der Insel gut gemundet hat.



05.11.2026 auf See
Petrus bot heute, am Tag unserer Abreise aus Sizilien, nochmal alles. Es war sonnig, es war warm (22 Grad) und das machte den Abschied natürlich schwerer.
Wir sind am Spätnachmittag in Palermo wieder auf die gleiche Fähre nach Livorno gefahren, die Zeus Palace, wie 2022, nur in die andere Richtung. Damals schrieb ich: ….sauber, aber die Kabine etwas abgewohnt. Nun, die Kabinen sind modernisiert worden und es gibt jetzt USB-Steckdosen, aber keine 220 Volt Steckdosen mehr. Aber alles ok und das Meer war friedlich.




irgendwo im Thyrrhenischen Meer, km 70 (2.483)
06.11.2026 Sasso Marconi
Warum wir hier in Sasso Marconi sind? Nach der Fähre, planmäßige Ankunft 14:00 Uhr in Livorno, wollten wir noch ein Stück in Richtung Heimat bei Tageslicht zurücklegen und haben uns diesen Ort, kurz vor Bologna, ausgekuckt. Eine Art Landgut mit Stellplatz und ein gutes Restaurant laut Bewertungen. Nicht weit von der Autobahn. Sasso Marconi ist übrigens der familiäre Herkunfstort von Guglielmo Marconi (1874-1937), dem 1895 ein erster drahtloser Nachrichtenaustausch über ein topographisches Hinderniss gelang, also den Funk erfand.
Gut, die Fähre kam einigermaßen pünktlich an, aber die Ausschiffung verzögerte sich gefühlt eine Ewigkeit. Erst nach einer Stunde durfte man die Parkdecks betreten und dann verging eine weitere halbe Stunde bis wir draußen waren. Wir kamen gut voran über Pisa und Florenz, aber 3 km vor der Ausfahrt Sasso Marconi war Stau, ein Unfall unmittelbar nach der Ausfahrt. Das kostete uns nochmal eine halbe Stunde und es war Nacht als wir ankamen um 17:30 Uhr. Dass das Restaurant erst um 19:30 Uhr öffnete war die nächste Hürde. So lange wollten wir nicht warten mit unserem Bärenhunger und mussten selbst kochen.


N 44.4061, O 11.2608, km 170 (2.653)
